Antea Kleine Sekunde Schwarz
Zubehör


technische Daten
Maße
Durchmesser: 35.50 mm
Höhe: 6.90 mm
Bandbreite: 18 mm
Bandanstoß zu Bandanstoß: 44.60 mm
Wasserdicht: bis 3 ATM
Gewicht: 41 gr. (Lederband), ca. 85 gr.(Metallband Milanaise)
Materialität
Gehäuse: Edelstahl poliert
Zifferblatt: schwarz lackiert und weiss bedruckt
Gläser: Saphirglas flach oben und unten
Zeiger: weiss lackiert
Band: verschiedene Lederbänder und Metallband Milanaise verfügbar
Krone: Edelstahl mit STOWA Logo
Uhrwerk
Kaliber: Peseux 7001
Antrieb: mechanisch, Handaufzug
Halbschwingungen pro Minute: 21 600 A/H
Funktion: Stunde, Minute, kleine Sekunde
Gangreserve: ca. 40 Stunden
Anzahl der Steine im Uhrwerk: 17 Rubine
Finish: Genfer Streifen, gebläute Schrauben, vergoldete STOWA Gravur
Besonderheiten
verschraubter Boden, flach, kleine Sekunde
Geschichte
Erklärung zum Design der STOWA Antea
Da es immer wieder kleine Missverständnisse wegen dem Design der STOWA Antea gibt, möchten wir hier an dieser Stelle einige Dinge dazu erklären. Emotionslos gesagt ist die ganze Sache viel einfacher als viele denken.
In den dreissiger Jahren kauften selbst bekannte Uhrenfabriken aus Glashütte Ihre Zifferblätter in Pforzheim ein! Z.B kaufte Lange in Pforzheim Zifferblätter, die zufällig Merkmale von Bauhaus und Werkbund aufwiesen. (Quelle ist das Nomos Buch von Hans Irrek, Design Klassiker, „Die Tangente von Nomos Glashütte“-Seite 18 - zweites Drittel).
Dieser Umstand wurde STOWA auch von mehreren Leuten (u.a. dem Sohn und langen Geschäftsführer der damals größten Zifferblattfabrik der Welt) bestätigt. Damals und noch weit in die achtziger Jahre hinein gab es nur ganz wenige Firmen, die sich Ihre Gestaltung von Uhren überhaupt schützen ließen! (ich erinnere mich immer wieder an meine Besuche bei einer Pforzheimer Zifferblattfabrik, die mir immer Zifferblätter zum Kauf anbot, die mit Markennamen aller möglichen Firmen bedruckt waren - anfang der Neunziger war da wohl noch niemand so sensibel wie heute). Erst in den Neunziger Jahren und durch den Boom im Uhrenmarkt haben immer mehr Firmen erkannt, dass eigenständiges Design sehr wertvoll ist und geschützt gehört (was wir bei STOWA auch völlig in Ordnung finden). Trotzdem gibt es immer wieder Firmen, die ein altes Design ausgraben und für sich schützen. Ansich könnte man meinen, dass dies verwerflich ist, dem ist aber nicht so. Der Gesetzgeber sieht z.B vor, dass Dinge, die in „Vergessenheit“ geraten sind, sehr wohl wieder neu entdeckt und geschützt werden können. Einzigst die Frage:„Wann ist etwas in Vergessenheit geraten“ stellt alle vor ein großes Problem. Es gibt aber Fälle in der Rechtsprechung die solchen Anträgen auf Geschmacksmusterschutz positiv eingestellt waren. Andere Fälle waren da keinesfalls eindeutig und eben nicht in „Vergessenheit“ geraten. Dies wird aber immer eine schwierige Entscheidung des Rechtsprechers sein. Da ich weiter in der Sache der Herkunft von z.B genau den Zifferblättern um die es geht recherchiere, kann man irgendwann mal sehr gespannt sein, wer nun die Zifferblätter die bei uns oder anderen Uhren zur Verwendung kommen, tatsächlich entworfen hat.
Es geht eigentlich weniger darum, welche Firma diese Blätter entworfen hat, den es ist schlichtweg kein exklusives Design irgendeiner Firma, sondern vielmehr eine Epoche in der Pforzheimer und Schweizer Zifferblattindustrie gewesen.
Ich gehe etwas tiefer hinein in die Materie - ich recherchiere seit Monaten um den wirklichen Schöpfer oder Zeichner dieser Blätter zu finden. Irgendwo in Pforzheim muss er gelebt und gearbeitet haben. Es bleibt spannend! Im übrigen war die Arbeitsweise vieler existierender und früherer Zifferblattfabriken meist gleich. Man hatte eine Abteilung mit Entwerfern/Designern, die den Uhrenproduzenten Ihre Zifferblattkollektionen jedes Jahr mehrmals vorlegten. Der Uhrenproduzent (darunter auch heute sehr erfolgreiche Marken) suchte sich seine Blätter raus und bestellte sie mit seinem Namen und evtl. kleinsten Abweichungen beim Zifferblatthersteller. Somit muss man ganz klar sagen, dass ehemalige Entwerfer/Designer in den Zifferblattfabriken den Trend - zumindest im Uhrenbereich - gemacht haben. Erst heute ist die Gestaltung der Uhren und Zifferblätter zu einem ganz besonders wichtigen und großen Teil der Uhrenindustrie geworden. Ich hoffe, dass meine Erläuterungen das Thema etwas objektiviert haben. Es gibt noch viele Dinge die in diesem Zusammenhang gesagt werden müssten. Viele Uhrensammler kennen aber auch die zahllosen Uhren aus den dreißiger Jahren , die sich alle der gleichen Formensprache bedienten und heute vielen Firmen als Grundlage für neue Modelle dienen.
Neues zu schaffen und „Altes“ nicht völlig vergessen.
Bei STOWA ein Teil der Philosophie.
Jörg Schauer
(Designer und Produzent aller aktuellen STOWA Uhren)
Erklärung zur Epoche des Art Déco und Bauhauses
Art Déco (1920-1940) Bauhaus (1919-1933)
Art Déco ist die Kurzbezeichnung für frz. »art décorative« (Dekorative Kunst) und Abkürzung für die erste internationale Ausstellung von Objekten des neuen Kunstgewerbes, der »Exposition des Arts Décoratifs et Industriels Modernes« in Paris (1925). Art Déco war ein schöpferischer, internationaler Modestil, der alle Bereiche des Lebens erfasste: Architektur, Kunst und Kunsthandwerk, Film und Technik, Werbung und Mode. Neben der ungeheuren künstlerischen Vielfalt wurde diese Zeit auch von völlig neuen Entwicklungen geprägt.
Ausgelöst durch das enorme Bevölkerungswachstum entstanden unzählige Mietshäuser, Schulen, Krankenhäuser, Rathäuser, Warenhäuser und Bahnhöfe. Die Mobilität wuchs. Ende der zwanziger Jahre zählte man in der Welt bereits 36 Millionen Autos. Luxuriöse Ozeanriesen für die Nordatlantic-Route mit riesigen Ballsälen, Swimmingpoools und eleganten Suiten und Salons sowie schnelle D-Züge machten das Reisen zur Selbstverständlichkeit. Der Amerikaner Charles Lindbergh überflog mit seinem kleinen Flugzeug »Spirit of Saint Louis« zum erstenmal den Ozean. Werbung, Fotografie und Filmkunst begannen, Einfluss auf die Massen auszuüben. Seit Anfang des Jahrhunderts wurde das Plakat zunehmend als Mittel der Reklame eingesetzt. Es war die Zeit zwischen den zwei Weltkriegen mit Depression, Börsenkrach, Inflation, wirtschaftlicher Not und heraufziehendem Faschismus, aber auch die unruhigste, wildeste und aufregendste Epoche in der Kunstgeschichte dieses Jahrhunderts.
Nach dem eher emotional wirkenden Jugendstil mit den floralen, geschwungenen Stilelementen war Art Déco mit einem auf dem Kubismus beruhenden geometrischen, linearen und funktionalen Stil der Geist der Moderne, der das Neue suchte. Beliebte Motive waren Kreise, Rechtecke oder Sonnenaufgänge mit dekorativen Strahlenbündeln in intensiven, z.T. fast aggressiven Farben. Sofern man sich von der Natur inspirieren ließ, zog man Tier- oder Frauenkörper vor.
Typische Folgeerscheinungen entbehrungsreicher Zeiten waren nach dem Ende des ersten Weltkrieges das Bedürfnis nach Luxus, Üppigkeit und schönem, wertvollem Material. Die Kunsttischler verwendeten edelste Holzarten, wie Ebenholz, Palisander oder Rosenholz, Lack und feinste Leder sowie Elfenbein und Perlmutt für Einlegearbeiten. Klubsessel kamen stark in Mode, Lack und Leder finden sich in Dekorationen und Möbelbezügen. Der genialste Möbeldesigner seiner Zeit war der in Paris lebende Émile-Jacques Ruhlmann, der an seinen Entwürfen mehrere Monate arbeitete. Die erlesenen Materialien waren kostbar und der Preis entsprechend hoch. Doch der Niedergang der handwerklichen Kunst war durch die fortschreitende Industrialisierung unvermeidbar.
Durch die Einführung neuer Werkstoffe, wie Bakelit, Plastik und Chrom, entstand zwangsläufig die Suche nach einem neuen Stil, der sich für die Massenproduktion eignete. Luxuriöse Entwürfe aus teuren und seltenen Materialien, die in qualitätsbewusster Handarbeit entstanden, kopierte man später und brachte sie in preiswerten Versionen massenhaft auf den Markt, wodurch Art Déco schließlich weltweit zu einem Stilbegriff wurde.
Die Erkenntnis, dass gutes Design den Umsatz steigerte, gab der Industrie einen gewaltigen Aufschwung. Die Möbelentwürfe jener Zeit zeigen ein vielfältiges Spektrum an Formen und Ideen mit den neuen Materialien, wie beispielsweise Stahlrohr. Marcel Breuer, der bis zum Jahre 1928 die Möbelwerkstatt des BAUHAUSES leitete, konstruierte im Jahre 1925 den ersten Stahlrohrstuhl. Die eigentliche Innovation bestand darin, die Grundformen eines konventionellen Polstersessels auf ein leichtes Gerüst aus verschweißten Stahlrohren zu reduzieren. Der finnische Architekt Alvar Aalto entwickelte aus verleimtem, biegbarem Schichtholz eine neue Möbelform, wobei er die natürliche Feuchtigkeit der finnischen Birke nutzte. Er übertrug dabei die konstruktiven Ideen der Bauhaus-Stahlrohrmöbel auf Holz. Im Jahre 1935 stellte er seinen ersten freitragenden Stuhl aus gebogenem Schichtholz vor.
Eine große Bedeutung kam in den zwanziger Jahren besonders dem Textildesign zu, wodurch der Weltruf der Wiener Werkstätten maßgeblich geprägt wurde. Der bedeutende Designer Josef Hoffmann entwickelte aus den floralen, geschwungenen Stilelementen eine mehr rechtwinklig orientierte Dessinierung. Hoffmann wie auch van de Velde, Behrens, Riemerschmid u.a. schufen Entwürfe, deren geometrische oder dynamische Formen von Anfang an für die industrielle Produktion gedacht waren. Für die Umsetzung war jedoch die Zeit noch nicht gekommen. Etwa 18.000 Entwürfe für Textilien aller Art füllen die Musterbücher der Wiener Werkstätten. Viele davon sind zeitlos und modern bis in unsere Zeit hinein und haben u.a. in besonderem Maße auch die Dessinierung heutiger Teppichkollektionen beeinflusst. Auch Künstler, wie Pablo Picasso, Henri Matisse, Georges Rouault, Georges Braque oder Raoul Dufy schufen Entwürfe für Bildteppiche, Dekorations- und Möbelbezugstoffe.
Die Bedeutung von Glas spielte in der gesamten Art-Déco-Epoche eine wichtige Rolle, nicht nur für Vasen, Gläser, Lampen oder Spiegel. Neu entwickelte Glassorten erlaubten eine weiterreichende Anwendung. Der Glaskünstler René Lalique gehört zu den ältesten Verfechtern des Art-Déco-Stils, der in den 20er Jahren damit begann, Möbel aus Glas herzustellen. Architekten wie Walter Gropius und Le Corbusier verwendeten Glas zum ersten Mal als Blendwände. Mies van der Rohe veröffentlichte seinen ersten Entwurf für einen gläsernen Wolkenkratzer. Auch der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright hat seine Vorliebe für abstrakt gemustertes Glas künstlerisch in der Architektur umgesetzt. In höchster Perfektion schöpften Großprojekte, wie z.B. elegante Ozeanriesen, die New Yorker Radio City Music Hall oder der Ballraum im Londoner Park-Lane-Hotel den Art Déco-Stil in all seinen Möglichkeiten aus. Insbesondere in der Architektur ist Art Déco auch heute noch international gegenwärtig.
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